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01Gesellschaft

Geflüchtete mit Kriegserfahrung stärken den Zivilschutz

Immer mehr geflüchtete Menschen mit Kriegserfahrungen engagieren sich im THW. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sind ein Gewinn für den Zivilschutz in Deutschland.

In einem kleinen, hell erleuchteten Raum der Technischen Hilfswerk (THW)-Zentrale in Berlin sitzen zusammengekommen einige Freiwillige. Unter ihnen ist Ali, ein geflüchteter Syrer, der seine Erfahrungen im Zivilschutz während des Krieges in seiner Heimat mitbringt. Es gibt eine spürbare Aufbruchstimmung: Sie diskutieren über Notfallmanagement und verschiedene Rettungstechniken. Ali hat nicht nur die Theorie, sondern auch die praktische Anwendung seiner Kenntnisse erlebt, als er während des Konflikts Menschen in Not half. Die Atmosphäre ist geprägt von gegenseitigem Respekt und der Überzeugung, dass diese historischen Erfahrungen einen bedeutenden Beitrag zum deutschen Zivilschutz leisten können.

Diese Initiative, geflüchtete Menschen mit Kriegserfahrungen in den Zivilschutz zu integrieren, geht über die blosse Hilfe hinaus. Es ist eine strategische Entscheidung des THW, die den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen Rechnung trägt. In den letzten Jahren hat Deutschland eine Zunahme an Krisensituationen erlebt, sei es durch Naturkatastrophen oder andere Notfälle. Die Schwächen im Krisenmanagement wurden durch die Corona-Pandemie und die Überflutung in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 deutlich. Deshalb ist es notwendig, neue Kräfte zu mobilisieren und die bestehenden Strukturen zu stärken. Geflüchtete, die oft aus Krisenregionen kommen und daher mit unvorhergesehenen Situationen vertraut sind, bringen nicht nur ihre Fähigkeiten, sondern auch ihre Resilienz mit.

Erfahrung und Wissen aus erster Hand

Ali ist nicht der einzige, der sich in diesem Kontext engagiert. Mehrere hundert geflüchtete Menschen mit Kriegserfahrungen haben sich in den letzten Jahren dem THW angeschlossen. Sie bringen wertvolle Informationen und Techniken mit, die nicht nur auf theoretischen Kenntnissen basieren, sondern auf realen Erfahrungen. In vielen Fällen sind diese Personen dazu in der Lage, wertvolle Einsichten über die Dynamiken von Notfällen und deren Bewältigung zu geben. Ihr Gespür für Krisensituationen ist oft ausgeprägter als das von Menschen, die solche Erfahrungen nie gemacht haben.

Diese Bereicherung der Organisation ist auch aus einem anderen Blickwinkel interessant, denn sie fördert das Miteinander zwischen verschiedenen Kulturen. In einem Land, in dem Diskussionen über Integration oft emotional geführt werden, zeigt das THW mit seiner Initiative, dass Integration nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Hier treffen Menschen aufeinander, die durch gemeinsame Ziele verbunden sind, trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe.

Herausforderungen und Chancen

Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Sprachbarrieren, kulturelle Missverständnisse und unterschiedliche Ansprüche an Notfallmanagement können konfliktreiche Situationen erzeugen. Das THW hat darauf reagiert, indem es spezielle Schulungsprogramme entwickelt hat. Diese helfen, nicht nur die technischen Fähigkeiten zu schulen, sondern auch die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern. In den Schulungen werden die neuen Mitglieder ermutigt, ihre Erfahrungen zu teilen und von den Menschen zu lernen, die bereits im deutschen Zivilschutz tätig sind.

Die Integration geflüchteter Menschen in das THW ist somit eine Win-win-Situation. Diese Mitglieder bringen nicht nur ihre Erfahrungen und Fähigkeiten ein, sondern lernen auch das deutsche System kennen und verstehen. Auf diese Weise kann eine Brücke zwischen zwei Welten geschlagen werden, die oft getrennt erscheinen.

Blick in die Zukunft

Die Zukunft des THW könnte entscheidend davon abhängen, inwiefern es gelingt, das Potenzial dieser neuen Mitglieder voll auszuschöpfen. Die Gesellschaft hat ein großes Interesse daran, dass das THW nicht nur leistungsfähiger, sondern auch vielfältiger wird. Die Stärkung des Zivilschutzes durch geflüchtete Menschen bietet die Chance, ein neues Verständnis für Notlagen zu entwickeln. Sie tragen dazu bei, dass die Gesellschaft widerstandsfähiger wird, indem sie die vergangenen Erfahrungen in eine neue, hoffnungsvolle Zukunft leiten. und mehr Menschen zu helfen, wenn es darauf ankommt.

Ali und seine Mitstreiter sind dabei nicht nur Teilnehmer eines Programms, sondern wesentliche Akteure im deutschen Zivilschutz, die die Werte von Solidarität und Verantwortung verkörpern. Die Herausforderungen, die vor uns liegen, werden nicht geringer, doch mit einer breiteren Basis von Erfahrungen und Kenntnissen sind wir besser darauf vorbereitet, gemeinsam zu handeln.

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